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Lokaler Tourismus Schweiz

Das Start-up VisitLovers will mit einer neuen Plattform den Lokaltourismus fördern. Ein ähnliches Projekt aus der Westschweiz ist mit dem Ansatz allerdings gescheitert. Danke für den Bericht in der htr.

Das Angebot passt in die Zeit: Die Plattform VisitLovers.ch des gleichnamigen Luzerner Startups vermittelt Freizeiterlebnisse in der Region, angeboten von Leuten, die vor Ort leben und authentische Erfahrungen bieten. Andreas Gassmann, Mitbegründer des jungen Unternehmens, spricht von Mikrotourismus, ein eigentlicher Gegentrend zum Massentourismus. «Wir wollen den Menschen die Möglichkeit geben, am Tourismus etwas zu verdienen, und damit auch die Regionen fördern.» Gestartet war VisitLovers eigentlich bereits im vergangenen Herbst. «Wir wollten gerade das Marketing hochfahren, doch dann kam uns Corona dazwischen», erzählt Gassmann. Mit der dritten Öffnungsstufe ab dem 8. Juni hofft er nun, das Geschäft wieder vollumfänglich aufnehmen zu können.


Von Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll bis Kamelestreicheln

Das Prinzip der Plattform ist einfach: Wer ein eigenes Angebot auf der Plattform platzieren will, braucht lediglich ein paar Informationen aufzuschalten sowie ein kurzes Video zu sich und seiner Dienstleistung zu drehen. Aktuell sind bereits 83 Angebote online.Eines davon ist «Rock Night», ein privates Konzert der Aargauer Rockband Broken Fate in einer gemäss Video kleinen, aber äusserst stimmungsvoll eingerichteten Lokalität inklusive Stage und Bar. Kostenpunkt: rund 200 Franken für ein bis drei Personen. Für das Geld gebe es mindestens 6 Stunden «richtig geil Sex, Drugs und Rock ’n’ Roll», verspricht Bandleader Toby in dem gut einminütigen Clip vollmundig. Wer es gern familienfreundlicher hätte, wird bei Ben fündig, ein Schaffhausener mit tunesischen Wurzeln. Für 55 Franken pro Erwachsenen bietet er eine anderthalbstündige Tour durch seine Kamelfarm. Die Tiere können geritten und gestreichelt werden, dazu gibt es Fladenbrot und Tee. «Einem die Sahara ganz nahebringen», nennt es Ben. «Wir mussten auch schon Ideen ablehnen», sagt Gassmann, ohne konkrete Beispiele zu nennen. Alle Einsendungen durchlaufen eine Qualitätskontrolle. Ein Angebot müsse mindestens zwei Highlights enthalten. «Sie können nicht einfach nur einen ganz normalen Brotbackkurs anbieten. Es braucht etwas Besonderes, zum Beispiel das Sauerteigrezept vom Opa oder ein traditionelles Urdinkelrezept. » Nur wenn die Besonderheiten für Gassmann und sein Team klar ersichtlich seien, schaffe es ein Angebot auf die Plattform. Unterstützt wird das Projekt insbesondere von Luzern Tourismus. Auch Zug, Obwalden, Uri Tourismus und weitere Organisationen zählen zu den Partnern von VisitLovers. Zudem erhält das Start-up Unterstützung im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) durch den Kanton Luzern und den Bund.


Wie viele Buchungen die Plattform VisitLovers bereits erhalten hat und welche Angebote bisher am meisten gebucht wurden, möchte Andreas Gassmann nicht verraten. Für die Anbieter sei die Teilnahme jedoch mit keinerlei Risiko verbunden, da es keine Aufschaltgebühren gebe und somit keine Initialkosten entstünden. Das Start-up verdient bei jeder Buchung: Bei Angeboten mit einem Preis bis 100 Franken gehen 10 Franken an VisitLovers. Bei Beträgen darüber beträgt die Kommission 10 Prozent.


Vergleichbare Angebote mit unterschiedlichem Erfolg

Von Grund auf neu ist die Idee von VisitLovers indes nicht. Das Prinzip der Plattform erinnert stark an Dzin.ch. Das Freiburger Projekt wurde jedoch vor rund drei Monaten eingestellt (siehe unten). Gassmann lässt sich durch den Misserfolg der Westschweizer nicht beirren: «Es gibt neben Dzin.ch verschiedenste Anbieter in diesem Bereich. Das zeigt eigentlich nur das vorhandene Potenzial auf.» Sehr erfolgreich unterwegs ist ein anderer Konkurrent: Getyourguide. Das 2008 gegründete Unternehmen mit Schweizer Wurzeln bietet heute Zigtausende Erlebnistouren auf der ganzen Welt an und gilt als die grösste Online-Buchungsplattform für Touren und Freizeiterlebnisse. Trotzdem habe Getyourguide nicht als Vorbild fungiert, versichert Gassmann. Trotz der aktuellen Corona-Krise konnte der Umzug in neue Büroräumlichkeiten in Luzern Anfang Mai wie geplant stattfinden. «Da laufen jeden Tag 10 000 Leute vorbei, das wird unsere Sichtbarkeit enorm erhöhen», hofft Gassmann. Das dank der Pandemie gewachsene Schweiz-Interesse zumeist der deutschschweizerischen Kundschaft sieht er als Chance.


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https://www.youtube.com/watch?v=mCjZFXsDT2k



Geschrieben von VisitLocals

Veröffentlicht am 28.05.2020