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Weniger Touristen in Luzern

Auch die vielen kleineren Tourismusanbieter trifft die Coronakrise mit voll Wucht. Mit gemeinsamer Kraft und den richtigen Ansätzen haben auch diese besser Chancen auf eine gute Zukunft. Das Modell von VisitLovers bietet hier gute Möglichkeiten einfach und kostenlos auf sein(e) Angebot(e) hinzuweisen und Gäste zu gewinnen. Hier der Beitrag der Luzerner Zeitung vom 28. Juli 2020 zum Thema.

Mit vollem Einsatz – aber weniger Gästen

Die Coronakrise trifft die hiesige Hotel- und Tourismusbranche mit voller Wucht. Auch die kleineren Anbieter haben derzeit hartes Brot zu beissen.

Salome Erni

Kaum Gäste aus Übersee, wenig ­Touristen aus den Nachbarländern, dafür mehr Schweizerinnen und Schweizer – so präsentiert sich die derzeitige Ausgangslage für Luzerner Tourismusbetriebe. Wie gehen die kleineren der Branche mit dieser ­Situation um? Wir haben bei fünf Anbietern nachgefragt.

Der erste: Charles Bucher, Schifffahrtsunternehmer auf dem Vierwaldstättersee.


Seit Juni ist Bucher mit seinen sieben Schiffen wieder auf dem See unterwegs. Das grösste bietet Platz für bis zu 100 Personen, das kleinste für maximal sieben. Die Krise sei noch lange nicht überstanden, glaubt er und fährt fort: «Der Überlebenskampf fängt erst an und wird sich über die nächsten zwei bis drei Jahre fortsetzen.» Die Coronakrise ziehe «einen Rattenschwanz» nach sich. Wer etwa seine Arbeit verliere, habe kein Geld mehr für Ferien und somit auch nicht für Fahrten auf dem Vierwaldstättersee, so Bucher.


Dass es in diesem Jahr mehr Schweizer Touristen und Touristinnen hat in Luzern, ist laut Bucher «ein netter Tropfen auf den heissen Stein». Das Unternehmen bietet seine Dienstleistungen auf Vorbestellung an. Da nun ausländische Gruppentouristen ausbleiben, sind 50 bis 80 Prozent des Gästevolumens verloren. Es bleibe das Geschäft mit Firmenanlässen, Hochzeiten und Geburtstagen. Doch auch dieses ist gemäss Bucher um die Hälfte eingebrochen. Übrig geblieben sei somit nur ein kleiner Teil des sonstigen Umsatzes.

Gelateria dell’ Alpi: andere Glacesorten sind gefragt


Als Take-away-Betrieb konnte die Gelateria dell’ Alpi beim Löwendenkmal  sogar während des Lockdowns Glace verkaufen – ausser am Samstagabend und am Sonntag. Nach dem Lockdown sei mit den gewohnten Öffnungszeiten bei der zum Café Alpineum gehörigen Gelateria wieder so etwas wie Normalität eingekehrt, schildert Mitgründerin Julia Furrer.

Normalerweise bedient der Glacestand laut Furrer etwa zur Hälfte Luzernerinnen und Luzerner. Die andere Hälfte machten Touristen aus Europa und Übersee aus. Vom Cartourismus habe das Unternehmen nie profitiert, doch das Ausbleiben der ausländischen Individualtouristen macht sich bemerkbar. So sind plötzlich andere Glacesorten gefragt: Während Mango im Abwärtstrend ist, ist die Nachfrage nach veganem Eisgenuss gross. Auch bei den Getränken sei ein Rückgang zu verzeichnen, hier probiert die Gelateria dell’ Alpi nun biologische und lokale Spezialitäten aus.

An sonnigen Wochenenden laufe das Geschäft heute aber gut, so Furrer. Viele Einheimische holen sich ein Gelato und auch Französisch und vermehrt wieder Englisch kämen im Laden zum Einsatz. Trotzdem laufen gemäss Furrer im Vergleich zum Vorjahr weniger Cornets und Eisbecher über die Theke. Klar geringer ausfallen würden die Verkäufe an die Luzerner Gastronomiebetriebe.

Tuktuk: Nur dreimal ausländische Touristen seit dem Lockdown

Pascal Aregger ist der Inhaber von zwei elektrischen Tuktuks und bietet Rundfahrten durch Luzern an. Er bestätigt, dass sein Start-up eTuk.ch im vergangenen Jahr fast zur Hälfte auf ausländische Gäste zählte. Seit er seit Mai die Fahrten auf dem Tuktuk durch Luzern wieder anbietet, habe er bloss dreimal ausländische Touristen begrüsst.

Dies bedeutet aber nicht, dass sein Geschäft völlig eingebrochen ist: «Inländische Gäste können den Ausfall der asiatischen und amerikanischen Touristen zu einem grossen Teil kompensieren.» Aregger erklärt, dass während der Ferienzeit im Juli fast 80 Prozent der erwarteten Fahrten auch gebucht wurden, und blickt positiv in die Zukunft. Umso mehr, als die Hälfte aller Gäste nicht nur aus der Schweiz, sondern sogar aus Luzern und Umgebung stammten. Besonders beliebt seien dabei die Kulinarikfahrten mit wahlweise Fondue, Poulet-Knusperli oder Apéro.

Was Pascal Aregger fehlt, ist die Planungssicherheit. Durch das Ausbleiben der Ferntouristen fielen auch deren Buchungen bis in den November hinein weg. Kleiner Vorteil: Da derzeit keine Cars auf dem Schwanenplatz parkieren, darf er seine Fahrten vorübergehend von dort beginnen.

Citytrain: Schweizer Gäste retten den Betrieb


Gleiches gilt für den Citytrain. Seit dem Fernbleiben der Touristenbusse darf die blauweisse Touristenattraktion beim Schwanenplatz starten. Inhaber Otto Schmidlin fasst die Lage des Unternehmens zusammen: «Wir werden über die Runden kommen. Falls aber ein erneuter Lockdown oder weitere Massnahmen uns die Gäste fernhalten, wird es ungemütlich.» Gegenüber dem Vorjahr betrage die Auslastung zurzeit an Werktagen 30 Prozent, an Wochenenden immerhin leicht über 50 Prozent. Schmidlin hofft, dass die Besucherzahlen im August noch leicht zulegen werden und in dieser Saison zumindest die Hälfte des sonstigen Umsatzes erreicht wird.

Der Citytrain setzt besonders auf Individualgäste und begrüsste in den letzten Jahren zu einem Drittel Schweizer Touristen an Bord, von den ausländischen Gästen stammten mehr als die Hälfte aus Europa. Wie Schmidlin erklärt, seien dieses Jahr grossmehrheitlich Schweizerinnen und Schweizer mit dem Zug unterwegs, besonders bei Gästen aus der Romandie stelle er einen «richtigen Boom» fest.

Schmidlin startete nach dem Lockdown mit einem reduzierten Betrieb, doch «im Juli konnten wir nun erstmals aufatmen. Die Schweizer Gäste lassen uns nicht im Stich; das freut uns.» In der derzeitigen Notlage würden dem Betrieb aufgelöste Rückstellungen für Neuanschaffungen über die Runden helfen. Er bedauert aber, dass wegen der Ansteckungsgefahr nun wieder auf Einwegohrhörer anstatt der neuen, ökologischeren Kopfhörer gesetzt werden muss.

Richard-Wagner-Museum: QR-Codes statt Hörstationen


Im Richard-Wagner-Museum wurden die Hörstationen zur Vermeidung von Kontaktflächen durch QR-Codes ersetzt, die mit dem eigenen Handy abgerufen werden können. Die Museumsleiterin Katja Fleischer erklärt, dass das Museum im Umgang mit dem Coronavirus neue Wege suche. Öffentliche Konzertreihen wurden abgesagt, doch einige Privatanlässe konnten vor dem Haus durchgeführt werden, und mit einer Musikerin startet nun ein digitales Projekt.

Fleischer sagt, dass das Museum angesichts der Krise im Moment erstaunlich gut besucht sei. Dies sei auf die einheimischen Gäste zurückzuführen, die dieses Jahr zahlreicher seien. Für gewöhnlich zähle das Richard-Wagner-Museum besonders auf ausländische Touristen, darunter viele amerikanische und chinesische.

Obwohl das von der Stadt getragene Museum zurzeit keinen drastischen Besuchereinbruch verzeichnet, fehlen gemäss Fleischer Einnahmen aus ­Ticketverkauf und Museumsshop. Ausserdem würden die vielen Gruppenbesuche und Veranstaltungen aufgrund der kleinen Räumlichkeiten wegfallen, beklagt die Museumsleiterin.






Written by VisitLocals

Published on 29.07.2020